Zweiter Reisetag

Statt Schlafwagen diesmal also auf der Hinfahrt “nur” ein Liegewagen, weil nichts anderes mehr frei war, dafür gabs Kissenbezüge und Waschlappen von IKEA und schicke flauschige Wolldecken von Veolia(Transport, nicht Müll), beides Sachen, die man hierzulande nicht in einem Zug erwarten würde. Immerhin kam schonmal die obligatorische 0,25l-Wasserration aus der richtigen Ecke.

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Zwei meiner sechs Mitreisenden im Abteil haben sich dank vieler freier Betten in die Nachbarabteile verteilt und ich blieb noch mit einem IT-Fred, der in der Nähe von Kiruna angeln gehen will(und dafür wie ich auch ein Funkloch suchte) und zwei Damen besten Alters, die wie ich nach Vakkotavare wollen(die beiden allerdings von Nikkaluokta aus) im Abteil.

Der Schlaf war gewohnt schlecht und die letzten paar Stunden Bahnfahrt ziehen sich auch immer sehr und so hab ich dann schon vor der Ankunft den Rucksack vom Reise- in den Wandermodus umgepackt und bin bei der Ankunft an der Abisko Turiststation(ja, diesmal wars die Richtige) schnurstracks losmarschiert, während der Rest der Mannschaft noch die Rucksäcke umgebaut hat. Aber ich hatte es ja auch eilig, denn es war schon kurz vor 16:00 und die ersten Kilometer liegen im Abisko Nationalpark, in dem man nur auf ausgewiesenen Flächen zelten darf(und die sind eher rar). 15km sinds dann immerhin geworden als ich an der Abiskojaure-Hütte ankam und sie waren anstrengender als erwartet. Zum einen ist Wald ziemlich öde(Bäume, noch mehr Bäume, oh ein Baum!) und das Wetter wollte auch nicht so richtig mitspielen, es fing nämlich an zu regnen und manch Verwegene haben schon mitten im Nationalpark ihr Zelt ausgepackt und ihr Imkerkostüm angezogen.. Teilweise nur 1km vom offiziellen Zeltplatz entfernt.

Während ich so durch den Regen stapfe, überholt mich noch ein Trailrunner, so eine Art Jogger mit Rucksack, kurzen Sportklamotten und Schlammflecken und dann schüttets auch schon richtig und ich schaffs eben “nur” bis zum Hütte und nicht wir ursprünglich geplant noch aus dem Park hinaus. Ich bin allerdings froh, endlich im trockenen Zelt zu sein, dessen Aufstellen mit 100SEK gekostet hat, was wohl zum Geschäftsmodell der Hütte gehört, denn an allen anderen Hütten kostet das Zelten nichts, weils rundherum ja sowieso erlaubt ist. Bei all der Freude vergess ich jedenfalls prompt, zu abend zu essen und kriech gleich in den Schlafsack und schlaf beim leisen Prasseln des Nieselregens auch gleich ein.

 


 

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