Fünfter Reisetag

Ungewöhnlich früh war ich wach und hab versucht, es den Bonnern nachzumachen und in den See zu steigen, aber der drohende Herzstillstand durch Kälte zwang mich dann doch zur Katzenwäsche, die den Gestank wohl nur kurzzeitig aufhalten wird, aber nachts ists doch kälter als draußen und der Abend wohl die bessere Zeit zum Baden. Zum Glück schlaf ich allein im Zelt.

Nach einer Doppelportion Frühstück(muss ja weg und ich hatte bisher eh zu wenig gegessen) ging es gegen 9 vor den anderen dreien los, völlig entgegen meiner Überzeugung, dass vor 11 sowieso nichts zu reissen ist. Und so langsam hab ich auch mein Tempo gefunden oder es hat mich gefunden: Nicht losrasen wie ein Gaskranker, sondern immer schön langsam und stetig dahintrotten, dann schmilzen die Kilometer langsam, aber sicher dahin. Und so kam es dann auch, dass mich die Bonner erst nach gut 1,5h eingeholt hatten, obwohl sie um 9 auch schon startklar waren und relativ bald nach mir gestartet sein müssen. So haben wir uns dann den Vormittag über ein Elefantenrennen geliefert, bei dem einer den anderen immer während einer Rast überholt hat.

Im letzten Drittel der Strecke musste ich aber passen, denn ab der Renhirtenhütte ging es zum einen stetig und teils auch recht steil bergauf und zusätzlich dazu hat mir mein Darm auch mitteilen wollen, dass das am Morgen vielleicht doch etwas zuviel oder zu fette Milch war. Und da draussen geht zwar EINIGES, aber Durchfall verlangt bei mir eher nach einer kontrollierten Entladung auf einer halbwegs anständigen Toilette. Und so stand mir dann auch nach jeder Sitzpause auf feuchten Steinen(ja, es nieselte mal wieder) der Angstschweiss auf der Stirn, aber es war dann doch immer nur Wasser, dass die Hose klamm machte..

Auf der Hütte dann erstmal erleichtert und danach prompt beim Stugvärd in die gute Stube geplatzt, einen Shop oder eine Rezeption oder so gibts auf der vergleichsweise kleinen Tjäktjahütte nicht. Er hats mir aber wohl nicht übelgenommen und zeigte mir einen netten Zeltplatz mit Blick auf den Bach unterhalb des rauschenden Wasserfalls. Morgen kommt dann die Königsetappe, rauf auf den Tjäktjapass, den höchsten Punkt des Kungsleden und dann immer schön bergab zur nächsten Hütte, insgesamt sollen es 12km werden, aber mit dem Verdauungsproblem heute waren schon 13km eine Herausforderung.

 


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