Zehnter Reisetag

Durch einen kurzen, aber heftigen Regenschauer ist das Vorzelt fast mückenfrei und ich nutze die Gelegenheit zum Abbau des Zeltes, vertüddel es kurzerhand notdürftig am Rucksack und ziehe, umgeben von Mückenschwärmen, von dannen.
Das ging durch den Wald so leidlich gut, durchs Moor ist die ungleichmäßig verteilte Last auf dem Rücken richtig anstrengend und auf dem letzten Hügel vor der nächsten Hütte haben mich die Mücken wieder eingeholt. Sonnenschein, Windstille und ich selbst auch noch ziemlich lahm, ein gefundenes Fressen.   Ich wickel mich in mein Zelt und leg mich in die Pampa , feuchtwarme 30 Grad in der Plastikhülle und trotzdem schlaf ich sogar kurz ein.

Zwei Stunden Schwitzen später ziehen dann Wolken auf und es kommt etwas Wind auf. Die Gelegenheit musste man dann für den Abstieg nach Teusajaure nutzen, aber der Zeltplatz war am anderen Ufer des Sees und Getränke oder Mückelmittel gibts dort nicht zu kaufen.

Also rein ins Ruderboot und rüber. Zum Glück musste ich nur einmal rüber, weil sich eine Gruppe in Gegenrichtung anbot, das Boot auf die andere Seite zurückzubringen. Zelten muss ich auch nicht, 100m in den Wald rein steht eine Hütte.  Prima Sache, ich lass mich da also häuslich nieder und plane wegen der Saunanächte der letzten Tage, zwei Tage dort zu bleiben.

Nachdem ich ein Stündchen geschlafen hatte, klopfts und drei Polen kommen dazu, einem von ihnen hatten die Mücken deutlich mehr zugesetzt als mir, er hatte zwei- bis drei Finger breite Blutblasen an den Unterschenkeln. Die polnischen Kameraden sind zwar nett, kochten aber frisches Gulasch aus mitgebrachten Zwiebeln, Dosenrindfleisch und unterwegs gesammelten Pilzen. Danach wurde dann noch Trinkwasser abgekocht.   Entsprechend schnell stiegen auch die Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit in der Hütte, dazu noch vier Schlafende in der eigentlich für 2-3 Leute ausgelegten Hütte und schon sah sich jemand genötigt, in der Nacht Tür und Fenster zu öffnen…

 

 


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