Spargel, die Zweite..

Posted by AndrĂ© Naumann • Friday, January 1. 2010
Da lebt man fast 4 Jahre mit einer angehenden Psychologin zusammen und muss erst selbst drauf kommen.
Offenbar hab ich da gerade ins Schwarze getroffen und sollte mal nen Termin machen:

Ähnlich wie Kanner-Autisten haben auch Menschen mit Asperger-Syndrom – besonders Kinder – häufig ein Problem mit Reizüberflutung. Dies kann sich als eine Überempfindlichkeit in den fünf Sinnen, d.h. gegenüber visuellen, akustischen, Geruchs-, Berührungs- oder Geschmacksreizen äußern. Diese Überempfindlichkeit kann bis zu einem „Overload“, d.h. einem Nervenzusammenbruch durch Reizüberflutung führen.


Wer mich kennt wird wissen, dass ich lieber winke als jemandem die Hand zu geben, wer mich genauer kennt weiss, dass ich offenbar übermäßig kitzelig bin, was sich erst legt, wenn ich weiss, was das werden soll.




Ebenso wie autistische Kinder nehmen Kinder mit Asperger-Syndrom nur selten und nur flüchtig Blickkontakt auf. Im Alltag besonders auffällig ist ihr mangelndes Einfühlungsvermögen und ihr Unverständnis für zwischenmenschliche Interaktionen und Situationen. [...] Im englischen Sprachraum bezeichnen viele Menschen mit Asperger ihr Anderssein scherzhaft als „Oops Wrong Planet syndrome“ (deutsch etwa: Hoppla-Falscher-Planet-Syndrom) und drücken damit ihr Gefühl aus, irrtümlich auf einem fremden Planeten gestrandet zu sein, dessen Regeln und Bewohner sie nicht verstehen. Während manche Ärzte, z. B. Gillberg, davon ausgehen, dass Asperger-Autisten mit Gleichaltrigen von vornherein nicht interagieren wollen, haben Betroffene gelegentlich berichtet, dass sie Kontakte zu Gleichaltrigen im Gegenteil inständig wünschen, beim Versuch, solche Kontakte herzustellen, jedoch allzu leicht scheitern.
Hans Asperger hat beobachtet, dass die betroffenen Kinder darüber hinaus auch zur „autistischen Selbstbeschau“ neigen; in Situationen, in denen anderen Kinder selbstvergessen „dahinleben“, stehen Asperger-Kinder sich selbst und ihren körperlichen Funktionen oft (kritisch) beobachtend gegenüber.


Und wieder ein Volltreffer. Ich weiss nicht warum, aber ich kann Leuten nicht lange in die Augen schauen. Ich guck kurz hin, ob die mich noch angucken wenn ich mit ihnen Rede und dann streift der Blick auch schon wieder über Mund, Nase, Ohren. Rein von meinem eigenen Gefühl her muss das für andere echt aussehen als hätt ich irgendwas eingeworfen :-)

Genauso stell ich mein Licht gern unter den Scheffel(und es fühl sich schon falsch an, im Zusammenhang mit mir von "Licht" zu schreiben) und ich geb auch gern entnervt auf, wenn Leuten auf meine Annäherungsversuche scheinbar zu wenig reagieren.


Im englischen Sprachraum wird das Asperger-Syndrom darum umgangssprachlich auch als „Little Professor Syndrome“ bezeichnet. Die Modulation ist oft monoton und undifferenziert und unterstützt z. B. keine Differenzierung zwischen ernst und humorvoll gemeinten Äußerungen. Oft sind Sprechgeschwindigkeit und die Lautstärke unangepasst oder ungewöhnlich; auch unflüssiges, ruckartiges Sprechen kommt vor.

Viele Kinder und Erwachsene mit Asperger-Syndrom neigen dazu, unablässig und langatmig zu reden, meist über ihr Lieblingsthema, und missachten dabei oft vollständig, ob der Zuhörer an diesem Thema interessiert ist und das Gespräch mitträgt. Einige Autoren halten dieses monologische, egozentrische Reden, in dem sich deutlich die Unempfindlichkeit von Asperger-Menschen für soziale Feinheiten offenbart, für einen der auffälligsten Züge des Syndroms. Weitere Charakteristika sind eine sehr detailorientierte Erzählweise mit Schwierigkeiten, das Wesentliche vom Unwesentlichen zu unterscheiden, abrupte und für den Zuhörer nicht nachvollziehbare Themenwechsel, das Wörtlichnehmen von Redewendungen, die Verwendung von Metaphern und Wortschöpfungen, die nur dem Sprecher geläufig sind, das Festhaften an Formulierungen, die wie auswendig gelernt oder wie aus einem Buch vorgetragen klingen, Selbstgespräche, das Nichterfassen von Nuancen (z. B. Ironie, Necken) und ungenaues Zuhören.


Und noch ein Punkt für die Heimmannschaft.. Ich weiss nicht mehr genau, wie ich als Kind war, aber ich hab mich glaube ich wirklich häufig an der Ausdrucksweise der anderen in der Grundschule gestört. "Gib mir mal das Trinken" ist mir heut noch ein Graus. Dafür red ich selbst meist zu schnell, zu leise und zu undeutlich und ich hab das bisher immer auf meine Vergangenheit geschoben, wo mir niemand zuhören wollte.. Da wollte ich in die kurze Aufmerksamkeitsspanne natürlich möglichst viel Information quetschen und wurde immer schneller und schneller. Beim Tippen und dem Schreiben mit der Hand ist es ähnlich.. Meine Handschrift ist, wenn ich halbwegs geübt bin, wahnsinnig klein, damit ich nicht so oft die Zeile wechseln muss und so eher "im Fluss" bleibe. Genauso kann ich stundenlang über Dinge lamentieren, die mich in dem Moment begeistern, auch wenn die Sachen schon 500mal gesagt wurde. Nach gut 32 Jahren fällt mir das sogar manchmal beim Reden auf und ich brems mich dann selbst. Genauso wie ich wirklich SCHLIMME Langeweile beim Gegenüber mittlerweile auch entdecken kann, nur schläft das Gespräch dann gern ein, weil mir nichts besseres zum Reden einfällt.


Das Interesse an anderen Menschen ist bei Menschen mit Asperger oft begrenzt. Typischerweise haben sie jedoch „Spezialinteressen“, die inhaltlich oder hinsichtlich ihrer Intensität ungewöhnlich erscheinen. Diese Interessen liegen oft in technischen oder naturwissenschaftlichen Gebieten, wie IT, Mathematik, Physik, Biologie oder Astronomie; andere Betroffene beschäftigen sich leidenschaftlich mit Musik oder dem Auswendiglernen verschiedenartigster Fakten. Andere sind leidenschaftliche Sammler, oft ungewöhnlicher Objekte. Viele pflegen im Laufe ihres Lebens mehrere Spezialinteressen, jedoch selten mehr als ein oder zwei zum selben Zeitpunkt.


Nochmal Bingo... Viele Menschen brauch ich nicht um mich herum, einige wenige reichen meist. Dafür bin ich halbjährlich von etwas anderem besessen.. Angefangen vom Radfahren, übers Zelten zum Flugmodellbau, nur um mal die letzten 1,5 Jahre zu nennen.. Und Wissen saug ich auf wie ein Schwamm und seien es nur Kleinigkeiten, die scheinbar nutzlos sind.. Aber mehr Wissen ist ja eigentlich nie verkehrt.



Hans Asperger empfand die Emotionen seiner Probanden nicht als gefühlsarm, sondern eher als von andersartiger Qualität. Die autistische Schriftstellerin Temple Grandin äußerste sich zu ihren Gefühlen. „Meine Emotionen sind einfacher als die der meisten anderen Menschen. Ich weiß nicht, was eine vielschichtige Emotion in einer zwischenmenschlichen Beziehung ist. Ich verstehe nur einfache Emotionen wie Wut, Furcht, Glück und Traurigkeit“. Tony Attwood beschreibt die Emotionalität von autistischen Menschen anhand der Wut. Im Gegensatz zu neurotypischen Menschen, die ihre Gefühle differenziert erleben und ausdrücken, hätten autistische Menschen oft keine Zwischenstufen in ihrer Emotionalität. Gefühle können rasch und intensiv auftreten.


Da haben wohl einige Leute meinen Ein-/Aus-Schalter gefunden :-) Ich kann stundenlang vorm Bildschirm sitzen und nichts Spezielles tun und von jetzt auf gleich stolper ich über irgendetwas Spannendes und bin gleich Feuer und Flamme dafür.. Genauso wie die letzte Freundin, die ich quasi schon beim ersten Treffen nicht mehr gehen lassen wollte.. Das hat sich bis heute nicht geändert, nur sie selbst sah das wohl anders. Ich mach da auch keine Unterschiede.. Dinge sind entweder gut oder schlecht, schwarz oder weiss.. Halbe Sachen gibts hier irgendwie nicht..



Andererseits werden manche Kinder mit Asperger-Syndrom gerade dadurch klinisch auffällig, dass sie ihre Aufmerksamkeit nicht willentlich steuern können (siehe auch exekutive Funktionen) und bei Aktivitäten, die sie nicht selbst gewählt haben – z. B. in der Schule –, in hohem Grade unkonzentriert sind, woraus sich selbst bei hoher Intelligenz erhebliche Lernschwierigkeiten ergeben können.


Dazu muss man eigentlich nichts mehr sagen, das kann man einfach unterschreiben :-)




Menschen mit Asperger-Syndrom können durchaus eine intime Beziehung und eine Ehe oder Lebenspartnerschaft eingehen. Gemeinsame Interessen sowie ähnliche Überzeugungen können ein Zusammenkommen fördern. Frauen schätzen an autistischen Männern oft ihre beruflichen und intellektuellen Fähigkeiten, ihren Sinn für soziale Gerechtigkeit und ihre zuweilen femininen Seiten. Probleme in der Partnerschaft ergeben sich aus der Vernachlässigung der sozialen Kontakte, dem Fehlen von Gesten der Zuneigung und einem Mangel an Aufmerksamkeit.


Genau das ist wohl gerad hier passiert.. Wobei ich nicht von einem "Fehlen von Gesten der Zuneigung und einem Mangel an Aufmerksamkeit" sprechen würde. Das hängt glaub ich stark vom Blickwinkel ab.. Ich meine mich durchaus gewaltig angestrengt zu haben und sehr häufig von meinem eigenen Weg abgewichen zu sein.. Aber das muss ich hier wohl nicht breittreten.







Wohl an der Zeit fĂĽr nen Arztbesuch...

Last modified on 2010-01-01 12:52

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